Ernst August (1629-1698) Kurfürst von Braunschweig - Lüneburg (Hannover)

Herzog und Kurfürst Ernst August

Öl auf Leinwand von L. Elle um 1680, Historisches Museum, Hannover ©

Video: Der Große Garten von Herrenhausen. Die Frau von  Ernst August, Kurfürstin Sophie von Hannover, vollendete die barocke Gartenanlage, die bereits ihr Schwager, Herzog Johann Friedrich, im Jahre 1666 begonnen hatte.

     
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Dieses Gemälde zeigt Herzog Ernst August (1629-1698) zu Braunschweig - Lüneburg in prächtiger Rüstung mit einem geklöppelten Spitzenkragen und einer Alongeperücke. Ernst August wurde 1692 erster Kurfürst von Braunschweig - Lüneburg. Er war der jüngste von vier Söhnen des Herzogs Georg (1582-1641) von Calenberg. Ernst August hatte zu Beginn kaum Aussicht auf eine Herrschaft, denn seine drei älteren Brüder waren in der Erbfolge bevorzugt. So regierte Christian Ludwig (1622-1665) in Hannover das Fürstentum Calenberg, ab 1648 bis 1665 aber das begehrte Fürstentum Lüneburg in Celle. Georg Wilhelm (1624-1705) regierte in Calenberg und zuletzt in Lüneburg von 1665-1705. Johann Friedrich (1625-1679) regierte von 1665-1679 in Calenberg. So stellte sich Ernst August mit seiner Frau, Sophie (1630-1714) Prinzessin von der Pfalz, auf ein eher bescheidenes Leben ein, denn noch konnte niemand ahnen, dass Sophie aufgrund ihrer englischen Verwandtschaft einmal die Erbin Englands werden sollte und Ernst August als Kurfürst die "Lüneburger Linie" in Hannover fortführen würde. Im Jahr 1662 wurde Herzog Ernst August von seiner Familie auserwählt, "weltlicher Bischof" von Osnabrück zu werden. Nach den Bestimmungen des "Westphälischen Friedens" von 1648, aufgrund der so genannten Alternation, sollte jeweils ein protestantischer Prinz des Welfenhauses mit einem katholischen Bischof die Herrschaft im Bistum Osnabrück abwechselnd übernehmen. Da seine drei Brüder ohne männliche Nachkommen verstarben, erbte Ernst August schlussendlich alle Besitzungen aus der "Lüneburger Linie". Herzog Ernst August verfolgte eine auf Machterweiterung für sein Land und auf Ansehenserhöhung gerichtete Politik. Dabei unterhielt er ein stehendes Heer, ganz nach dem Vorbild seines Vaters Herzog Georg von Calenberg. Ernst August unterstützte den Kaiser erfolgreich im Kampf gegen die Türken und Franzosen. Um endlich sein Herrschaftsgebiet als ungeteiltes Territorium zu erhalten, setzte er 1683 gegen den heftigen Widerstand seiner jüngeren Söhne, Friedrich August (1661-1690), Maximilian (1666-1726), Karl (1669-1690), Christian (1671-1703) und Ernst August (1674-1728) die Primogenitur durch, alle Besitzungen sollten in Zukunft ungeteilt an den erstgeborenen Sohn Georg Ludwig (1660-1727) vererbt werden. Dies war Voraussetzung für die von Ernst August angestrebte Kurwürde. Kaiser Leopold I. verlieh Herzog Ernst August 1692 die neunte Kur im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Im Jahre 1701 beschloss das englische Parlament in London das Thronfolgerecht mit dem "Act of Settlement" für das protestantische Haus Stuart zu erweitern. In dieser Sukzessionsakte von 1701 wurde die Kurfürstin Sophie (1630-1714) von Braunschweig - Lüneburg, aufgrund ihrer nahen englischen Verwandtschaft, als die nächste zur Thronfolge in der protestantischen Linie erklärt. Aber erst ihr Sohn Georg Ludwig Kurfürst von Braunschweig - Lüneburg (Hannover) bestieg im Jahre 1714 als Georg I. den britischen Thron. Die dann folgende Personalunion zwischen England und Kur-Hannover dauerte 123 Jahre.
 

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Lit. vgl.: Geschichte Hannovers im Zeichen der neunten Kur 1674-1714, IV Bände, Georg Schnath, Hildesheim 1982

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